v.l.: Dr. Lutz Kottmann (Mitglied der Jury), Sandra Steltenkamp, Michael Fahlenbock (Präsident DSLV NRW)

Für den diesjährigen Förderpreis des Landesverbandes gibt es zwei Besonderheiten: Zum einen ist das Jahr 2020 ein Jubiläumsjahr, und zwar ein doppeltes: der Preis wurde im Jahr 2000, also vor zwanzig Jahren, konzipiert und erstmals ausgeschrieben. Und seit der ersten Verleihung im Jahre 2001 wurde er in diesem Jahr zum zwanzigsten Male verliehen.

Die zweite Besonderheit heißt CORONA. Und damit wurde für die Preisverleihung das Wort „EIGENTLICH“ zum Wort der Stunde:

Eigentlich

  • war eine große Jubiläums-Veranstaltung zur Verleihung der beiden Preise geplant.
  • hätte diese im neuen Verwaltungsgebäude der Unfallkasse NRW, dem langjährigen Sponsor des Wettbewerbs, stattfinden sollen. Gerade das hätte dem DSLV NRW in diesem Jahr eine schöne Gelegenheit gegeben, der UK NRW für ihre langjährige großzügige Unterstützung des Förderpreises besonderen Dank zu sagen.
  • wären dazu alle Preisträger*innen mit einer Begleitung sowie die Dozent*innen an den Universitäten und die Fachleiter*innen an den ZfsL zusammengekommen, welche die ausgezeichneten Arbeiten betreut hatten.
  • wären, wie in allen Vorjahren, viele weitere Personen aus den Hochschulen, den ZfsL sowie den Behörden und Verwaltungen, die dem Landesverband nahestehen, zur Teilnahme eingeladen worden.

Und – eigentlich! – hätte die Preisverleihung wieder zu einem schönen Miteinander aller Geladenen mit zwanglos geführten Gesprächen über Dies und Das bei köstlichen Getränken und leckerer Bewirtung führen sollen.

Das alles hat die Pandemie durch die zunehmend verschärften Regelungen verhindert.  Und so kam es dann lediglich zu einer dezentralen, personell sehr eingeschränkten Preisübergabe an die Gewinner*innen an insgesamt vier Orten.

Der Wettbewerb um den Förderpreis konnte in diesem Jahr einen wiederum sehr guten Zuspruch verzeichnen. Es wurden insgesamt 47 Arbeiten eingereicht. Das ist die zweithöchste Zahl seit Bestehen des Wettbewerbs. Aus fünf (von acht) Universitäten mit Sportlehrerausbildung kamen 26 Master- bzw. Bachelorarbeiten, 21 Arbeiten (aus elf Seminarorten) wurden von den ZfsL eingereicht.

Inhaltlich bildeten die Hochschularbeiten erneut eine große Vielfalt an Themenstellungen ab: Es ging in ihnen u. a. um individuelle Förderbedarfe, Einstellungen zur Inklusion, Olympische Erziehung, Kooperationen von Vereinen und Schulen, digitale Medien, Schulsportverweigerung, um den Umgang mit Scham- und Missachtungssituationen aus der Sicht von Lehrkräften und (auch ehemaligen) Schüler*innen sowie um eine Reihe von speziellen Aspekten der Sportlehrer*innenausbildung.

Die ZfsL-Arbeiten, bei denen es sich um die ausführlichen schriftlichen Entwürfe zur unterrichtspraktischen Prüfung im Zweiten Staatsexamen handelt, ließen ebenfalls ein großes Spektrum von (z.T. sehr innovativen) thematischen Ansätzen erkennen. In Zentrum der Planungen für die Unterrichtsstunden standen u.a. Life-Kinetik, Fitness-App, Partner-Videofeedback, Flag-Football, GOBA-Spiel, Rollbrettführerschein, Seiltanz-Kunststücke und Hip-Hop-Choreographie.

Mit der inhaltlichen Vielfalt, die in den Wettbewerbsarbeiten beider Kategorien sichtbar wurde, bestätigte sich, dass der Förderpreis des DSLV NRW seine Funktion als ein Impulsgeber für die Weiterentwicklung des Schulsports in unserem Bundesland auch in diesem Jahr durchaus erfüllt hat.

Wer sind nun die Preisträger*innen in diesem Jahr?  Die Jury mit Frau Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay (Bielefeld), Sabine Sprünken (Erkelenz), Dr. Lutz Kottmann (Wuppertal) und Claus Thomann (Mettmann) entschied sich für folgende Preisträger*innen:

Den ersten Preis (mit 1200 Euro dotiert) im Wettbewerb der universitären Abschlussarbeiten erhielt Sandra Steltenkamp (Universität Wuppertal). Sie schrieb eine Masterarbeit über die Planung, Durchführung und (soziographische) Analyse einer Alpenüberquerung, die eine Schulklasse eines Gymnasiums unternommen hatte.

v.l.: Niklas Schirrmacher, Robin Koschel

Der zweite Preis (800 Euro) ging an Niklas Schirrmacher (Universität Bielefeld). Er legte eine Bachelorarbeit vor, der eine Studie mit Sportlehramtsstudierenden zugrunde liegt, in der es um die „Entwicklung pädagogischer Professionalität durch Habitus-Irritationen im Tanz“ geht.

v.l.: Franziska Duensing-Knop, Jonas Daldrup (Preisträger) und Prof. Nils Neuber

Der dritte Preis wurde geteilt: Ihn erhielten (mit je 500 Euro dotiert) Jonas Daldrup (Universität Münster), der eine Masterarbeit über „Psychologische Grundbedürfnisse von Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht“ geschrieben hat, und Robin Koschel (Universität Bielefeld). Er befasste sich in seiner Bachelorarbeit mit  „Subjektiven Theorien im Lehramtsstudium Sport“, insbesondere mit ihrer Bedeutung für den inklusiven Sportunterricht.

von links: Kevin Sabbadin, Ruth Gräfe, Claus Thomann (Vorsitzender der Jury), Benedikt Krell, Timo Buchmann, Sabine Sprünken (Mitglied der Jury).

Die vier Erfolgreichen bei den Arbeiten aus den Zentren für schulsportliche Lehrerausbildung konnten in der Geschäftsstelle des Verbandes in Krefeld gemeinsam geehrt werden, weil die räumlichen Bedingungen dort eine Veranstaltung mit mehreren Personen unter Corona-Bedingungen ermöglichte.

In diesem Wettbewerb entschied sich die Jury, den ersten Preis zu teilen. So erhielten Benedikt Krell (ZfsL Düren) und Timo Buchmann (ZfsL Düsseldorf) je 650 Euro Preisgeld.
Herr Krell rückte ins Zentrum seiner Unterrichtsstunde ein arbeitsteiliges Erproben von Fitness-Apps und prüfte dabei Frage, ob man unter Verwendung eines Smartphones gesund trainieren könne.
Herr Buchmann (ZfsL Düsseldorf) arbeitete eine Unterrichtsstunde aus, in der es um das „Bewältigen von vorgegebenen Wagnissituationen und Bewerten des eigenen Stresserlebens zur Sensibilisierung für Stressfaktoren und Steigerung der Selbstvergewisserung“ ging.
Der zweite Preis (400 Euro) wurde Kevin Sabbadin (ZfsL Krefeld) zuerkannt, der in seiner Arbeit einen Unterricht plante, in dessen Mittelpunkt die kooperative Entwicklung – in Kleingruppen – eines Life-Kinetik-Übungszirkels stand.

Der dritte Preis (300 Euro) in dieser Kategorie schließlich ging an Ruth Gräfe (ZfsL Düsseldorf). In ihrer Planung ging es um die Entwicklung einer Partnergruppen-Choreographie zur Erweiterung der Gestaltungskompetenz der Schüler*innen, die sie anhand des Bewegungsangebots BallKoRobics praktisch umsetzte.

Die mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeiten beider Kategorie können – mit dem Einverständnis der Autor*innen – über die Geschäftsstelle des DSLV NRW in Krefeld in digitaler Form bezogen werden.

Claus Thomann